„Eighth Grade“ ist einer der ersten großen Filme des Jahres 2018

Elsie Fisher spielt die Hauptrolle inElsie Fisher spielt die Hauptrolle in 'Achter Klasse'. (Josh Ethan Johnson/A24) Elsie Fisher spielt die Hauptrolle in 'Achter Klasse'. (A24) Drehbuchautor und Regisseur Bo Burnham und Elsie Fisher am Set von 'Eighth Grade'. (Linda Kallerus/A24) Elsie Fisher spielt die Hauptrolle in 'Achter Klasse'. (Josh Ethan Johnson/A24) Elsie Fisher und Josh Hamilton (Linda Kallerus/A24) CGITW-7-17-17-461.RAF P1044534.RW2

Kayla Day ist eine verwirrende Kugel aus Hormonen, Wut und Selbstzweifeln.

Der 13-jährige Social-Media-Süchtige könnte das Aushängeschild des Jahres 2018 sein – eine Tatsache, die sowohl ein großes Lob für die achte Klasse als auch eine erschreckende Anklage für die Zukunft unserer Gesellschaft ist.



Die Indie-Comed-of-Age-Komödie kommt am Freitag in die Kinos, und die Rückkehr fesselnder, unvorhersehbarer Filme wie dieser ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der Sommer, zumindest in den Kinos, zu Ende geht.





Wie von Elsie Fisher (Despicable Me's Agnes) dargestellt, moderiert Kayla eine Reihe von kaum gesehenen YouTube-Videos über das Selbst-Sein und andere aufstrebende Themen, die für sie ebenso viel Aufmunterung sind wie für andere Einblicke. Sie hat keine Probleme, mit einer Webcam zu sprechen. Verdammt, sie kann nicht aufhören, damit zu reden. Sie macht sogar ein Video, in dem sie darüber spricht, wie gerne sie redet. Doch in ihrer letzten Woche der Mittelschule wird Kayla zur ruhigsten gewählt, weil niemand sie wirklich kennt. Motivierende Post-it-Notizen mögen ihren Badezimmerspiegel bedecken, aber der Gedanke, Blickkontakt mit einer anderen Person aufzunehmen, macht ihr Angst. Kaylas Mangel an menschlicher Interaktion hebt seinen pickeligen Kopf am Esstisch, wo sie ihr Essen kalt werden lässt – ich mag es kalt –, weil sie zu sehr mit ihren Ohrhörern und Instagram beschäftigt ist. Ihr frustrierter alleinerziehender Vater (ein wunderbar verwirrter Josh Hamilton) drängt ihr immer wieder Gespräche auf, nur um ignoriert oder schließlich in einem Ausbruch aus voller Wut angeschrien zu werden. Nervös und verwirrt wirkt er manchmal in Gegenwart seines Peinigers wie eine Geisel, die auf Eierschalen läuft. Zu anderen Zeiten reagiert er auf Kayla, als hätte ihm jemand gerade einen Dämon in den Schoß fallen lassen und davongeeilt.

Hamiltons Leistung ist wie die von Fisher subtil und ganz menschlich, was selten mit den Worten Teenie-Komödie in Verbindung gebracht wird. Noch überraschender ist, dass Eighth Grade das Spielfilm- und Regiedebüt des Stand-up-Comedians Bo Burnham ist, dessen Handlung viel strukturierter und theatralischer ist als sein Filmemachen. Es ist auch der zweite Film innerhalb eines Monats, nach dem Musiker und Aktivisten Boots Rileys Sorry to Bother You, der voll geformt – fantastisch und völlig originell – scheinbar aus dem Nichts erscheint.



Fisher's Kayla hat eine zuordenbare Realität. Es ist eine außergewöhnliche Darstellung eines schmerzlich gewöhnlichen Teenagers, und es ist fast unmöglich, nicht mit ihr zusammenzuzucken. Wenn Sie sich noch nie wie das Mädchen gefühlt haben, das in einem schrecklichen grünen Einteiler zu einer Poolparty auftaucht, mit einem lahmen Kartenspiel als Geschenk, nur um irgendwo anders auf der Welt zu sein, wenn Sie von Mädchen umgeben sind mit null Babyfett und winzigen Bikinis, als wären Sie in eine pubertierende Playboy Mansion gestolpert, heben Sie Ihre Hand – und schlagen Sie sich dann damit.

Die achte Klasse ist alles andere als eine weibliche Version von Richard Linklater's Boyhood. Es bietet jede Menge Lacher, um die Unbeholfenheit auszugleichen. Poolparty-Gast Gabe (Jake Ryan) hat so herrlich starke Affekte, er hätte aus einem Wes Anderson-Film stammen können.

Es ist eine liebenswerte, zottelige Ode an jeden, der jemals versucht hat, sich anzupassen, kläglich versagt hat und sich dann selbst abgewimmelt hat und sich wieder da draußen zurückgezogen hat.

Es ist auch einer der ersten großartigen Filme des Jahres 2018 und nach einem langen Sommer genauso willkommen wie diese Pause von 115-Grad-Tagen.